Astir CS

Der Astir CS ist das Flugzeug, das schon am längsten im LSV-Burgdorf beheimatet ist. Der Erstflug von Richard Epplers Erstkonstruktion – er ist der geistige Vater des Astirs – fand am Weihnachtsfest des Jahres 1974 statt. Damals stand er in Konkurrenz zur ASK 18 aus dem Hause Alexander Schleicher, die deutlich leistungsärmer, noch in Gemischtbauweise hergestellt, aber nur wenig günstiger war. Der höhere Preis lohnte sich, erhielt man doch einen sehr gutmütigen und sich problemlos fliegeden Leistungseinsitzer, der auch im Vereinsbetrieb eine gute Figur machte. Damit läutete er das Kuststoffzeitalter in den meisten Vereinen ein: Der Rumpf ist besonders geräumig, für viele Piloten schon zu ausladend, die Flügelfläche ist mit 12,40m² sehr groß. Sie trägt dazu bei, dass trotz des hohen Rüstgewichts von 270kg die Flächenbelastung in Konfiguration ohne Wasserballast einen niedrigsten Wert von 29kg/m² erhalten konnte. Das Profil Eppler 603 spendiert gute Langsamflugeigenschaften. 

Als Landehilfe dienen Schempp-Hirth-Bremsklappen auf der Flügeloberseite, die angenehm wirkungsvoll sind. Die Ruderkräfte können als handfest bezeichnet werden. GROBs neuartiges Konzept der Beschläge – insbesondere der als Metallröhre mit Drehverschluss ausgelegte Hauptbeschlag – brachten in der Praxis keinerlei Probleme mit sich. Abgesehen von den vielen LTAs (Luftfahrttechnischen Anweisungen), die besonders auf die zahlreichen Aluminiumteile hin abzielten. Fast jeder Verein, in dem der Astir ein Zuhause gefunden hat, kann eine kleine Sammlung von spröde gebrochenen Hauptspanten ausstellen.


Oft gebautes Flugzeug für Vereine

1977 wurde die Produktion des Astir CS zugunsten des Astir CS 77, auch Standard-Astir genannt, eingestellt, um die Baureihe vom Club-Astir abgrenzen zu können. Heute kann man das Flugzeug aufgrund seiner produzierten Stückzahl von 631 Einheiten und dem großen Anteil der Segelflugzeuge in Vereinsbesitz getrost als Ka6-Nachfolger ansehen. Richard Eppler traf also mit dem Astir CS genau ins Schwarze.

Heute ist der Astir wegen seines vergleichsweise geringen Gebrauchtmarktpreises, dem günstigen Unterhalt und den Flugleistungen, die zwar in der Standardklasse schon lange nicht mehr mithalten können, der Clubklasse aber angemessen sind, auch gerade bei Privatpiloten beliebt. Im GROBen und Ganzen muss man dem Astir zugestehen, dass er bedeutend besser als sein Ruf ist und für viele Piloten das erste Kunststoffflugzeug darstellte, das sie fliegen durften.




Sein Ruf eilt ihm voraus

Aber wo wir grade bei seinem Ruf waren, können wir vielleicht auch da näher drauf eingehen:

Wenn man das Rüstgewicht betrachtet, das auf Höhe dessen einer LS8 liegt und damit gut 50kg über dem damaligen Standard der 15-Meter Flugzeuge, dann fällt es nicht schwer, eine Verknüpfung zur eher grobschlächtigen Absaugung überflüssigen Harzes bei der Tragflügelherstellung herzustellen. Zu dieser Tatsache gesellt sich noch sein Aussehen, das Mutter vieler Wortschöpfungen ist.

Hier kurz fürs Allgemeinwissen – die liebevoll-ehrlichsten Astirverrisse:

„Marmor, Stein und Eisen bricht, aber unser Astir nicht. Alles, alles steigt vorbei, der Astir fliegt wie Blei.“

- Buckelastir

- Der Bucklige

- Harzklumpen

- Badewanne

- Güllekübale (Jauchekübel)

- Das Ti(e)r

„Und die Moral von der Geschicht‘: Bau’s Fahrwerk aus Alu-Druckguss nicht.“

Technische Daten

Spannweite
15m
Länge
6,47m
Flügelfläche
12,40m²
Leermasse
270kg
Maximales Abflugmasse
450kg
min. / max. Flächenbelastung
29,0kg/m² / 36,3kg/m²
Mindestgeschwindigkeit
60km/h
Höchstgeschwindigkeit
250km/h
Beste Gleitzahl bei Geschwindigkeit
37,3 bei 95km/h
Geringstes Sinken bei Geschwindigkeit
0,6m/s bei 75km/h
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