K 8

Im LSV Burgdorf lernt jeder Flugschüler sein Handwerk auf der ASK 13. Bald nach den ersten Alleinflügen auf diesem doppelsitzigen Schulflugzeug steht für die junge Pilotin oder den jungen Pilot der Wechsel auf seinen ersten Einsitzer an: Die K 8. Auf diesem einsitzen Schulflugzeug wird der Großteil ihrer oder seiner restlichen Ausbildung absolviert – Grundsätzliches wie die Verfeinerung der Flugmotorik geschieht auf diesem Muster, aber auch die ersten Überlandflüge erlebt der Schüler auf der K 8. Als weiterführender Einsitzer eignet sich insbesondere die Ka 6, bevor es Zeit wird, auf Kunststoffflugzeuge umzuschulen.


Schleicher - ein Flugzeughersteller und seine rätselhaften Nomenklaturen

Der Name K 8 ergibt sich aus dem Namen des Flugzeugkonstrukteurs: Es handelt sich bei diesem Muster um Rudolf Kaisers achtes Segelflugzeug. Diente die Ka 6 noch als Hochleistungsflugzeug ihrer Zeit und als Höhepunkt des Holzsegelflugzeugbaus, richtete Kaiser sein Augenmerk bei dem Doppelsitzer K 7 in Schulterdeckerausführung konsequent auf die Schulung aus. Um den Anfängern einen guten Wechsel in die Welt der einsitzigen Segelfliegerei zu ermöglichen, wurde die K 8 schlicht auf die Maße einer einsitzigen K 7 zurechtgestutzt. Der Schüler sollte sich schnell wieder zuhause fühlen, auch ohne Lehrer im Rücken. Daraus resultiert das schleicher-schulflugzeugtypische, gutmütige Verhalten in allen Fluglagen, das nur selten für Überraschungen sorgt.

Eine Konstruktion für die Anfängerschulung

Besondere Konstruktionsmerkmale erlauben der K 8 ihre überlegene Robustheit und Gutmütigkeit: Das Flugzeug besteht aus Gemischtbauweise und verfügt über einen Stahlrohrrumpf, genau wie die K 7. Die Schulterdeckerkonstruktion in Verbindung mit einer mäßigen V-Stellung der Tragflächen beschert auch bei Außenlandungen in hohem Bewuchs immer eine Extraportion Sicherheit vor ungewollten Ringelpietzen. Das Tragwerk selbst ist kaum von anderen Holzflugzeugen der Kaiser-Konstruktionen zu unterscheiden: Die empfindliche Profilnase der Rippenbauweise ist mit Sperrholz beplankt; der gesamte Flügel ist stoffbespannt. Anders als die Ka 6 verfügt die K 8 über eine Holzkufe vor dem Hauptrad, wodurch Rollstrecken in Verbindung mit einer Radbremse angenehm kurz gehalten werden können. Hier kommt auch das geringe Gewicht der Konstruktion zum Tragen. Aufgerüstet wiegt das Flugzeug nur etwa 190 Kilogramm. Das maximale Abfluggewicht liegt bei 310 Kilogramm. Folglich kreist die K 8 in der Thermik mit einer daraus resultierenden 20er-Flächenbelastung alle Kontrahenten aus – nur um wenig später merken zu müssen, dass ihre Streckenflugbefähigung starke Mängel aufweist. Das auf Gutmütigkeit getrimmte Profil und die Möglichkeit, auch im unteren Geschwindigkeitsbereich noch sicher geflogen werden zu können, lässt das Flugzeug im schnellen Vorflug desto mehr sinken.

Aber das wird auch nicht von ihr erwartet. Viel wichtiger ist eine gute Handhabung im Schulbetrieb: Schempp-Hirth-Bremsklappen fahren nach oben und unten aus und ermöglichen zielgenaues Landen; die Haube ist seitlich klappbar und muss nicht im Ganzen aufgesetzt und abgenommen werden; ein leichtes Rüstgewicht ermöglicht kraftschonendes Auf- und Abrüsten.

Insgesamt wurden bei Alexander Schleicher Segelflugzeugbau, in Lizenz und als Amateurbauten etwa 1 200 dieser Flugzeuge im Zeitraum zwischen 1957 und 1974 hergestellt. Im Mai 2011 wurde ein Exemplar als bewegliches technisches Kulturgut unter Denkmalschutz gestellt.

Dass dieses Flugzeug auch ein halbes Jahrhundert nach seinem Erstflug so regelmäßig auf den Segelflugplätzen in Deutschland angetroffen werden kann, legt ein untrügliches Zeugnis über seine technischen und fliegerischen Qualitäten ab.

Technische Daten

Spannweite
15m
Länge
7m
Flügelfläche
14,15m²
Leermasse
190kg
maximale Flugmasse
310kg
Flächenbelastung
21,9kg/m²
Mindestgeschwindigkeit
55km/h
Höchstgeschwindigkeit
200km/h
Beste Gleitzahl bei Geschwindigkeit
27 bei 73km/h
Geringstes Sinken bei Geschwindigkeit
0,65 bei 60km/h


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