Ka 6

Die Konstruktion Rudolf Kaisers, die in ihrer ersten Baureihe 1955 in Serienfertigung ging, war über eine Dekade das Leistungssegelflugzeug schlechthin und ist noch heute in fast allen deutschen Segelflugvereinen anzutreffen. Ganze Wettbewerbe und Meistersschaften sind von ihr geprägt worden. Der zweifache Weltmeistertitel von Ernst Huth trug nur zusätzlich zu ihrer Popularität bei. Mittlerweile liegt die Zeit etwa 20 Jahre zurück, da die Ka 6 auch auf breiter Front von den moderneren Kunststoffsegelflugzeugen verdrängt wurde. In allen Baureihen zusammen wurde die Ka 6 von 1955 bis 1970 mehr als 1200 Mal von verschiedenen Herstellern gebaut.

Viele Varianten der Ka 6

Nach der Ka 6CR-Baureihe, zu der auch unser Flugzeug zählt, folgte noch eine Ausführung mit verstärktem Holm zur Erfüllung holländischer Bauvorschriften, die die Bezeichnung Ka 6D trägt. Als Krönung des Holzsegelflugzeugbaus kann die Ka 6E angesehen werden, die auch gleichzeitig die letzte Ka 6-Variante darstellt. In den Jahren 1965 bis 1970 wurden 394 Einheiten hergestellt. Die Unterschiede zur Ka6 CR bestehen in einem neuen Rumpf mit geringerer Bauhöhe, neuen Leitwerken, einer längeren Haube mit geschwungenem Übergang, einer neuen, mehr liegenden Sitzposition. Außerdem wurde die Profilvorderkante nach Empfehlungen von Wortmann teilweise durch Aufspachteln spitzer gestaltet. Zum ersten Mal wurden verstärkt Teile aus GFK verbaut. Die Verbesserungen schlagen mit drei zusätzlichen Gleitzahlpunkten gegenüber der „CR“ zu Buche.

Flugcharakteristik

Das Flugverhalten der Ka 6 ist allgemein als gutmütig zu bezeichnen und damit ist sie für Flugschüler auch durchaus als erster Einsitzer mit genügend Erfahrung ohne Probleme fliegbar. Besonders auffällig ist, beispielsweise im Gegensatz zur ASK 13, dass die Wendigkeit enorm ist. Der Ruderdruck ist bei moderaten Fluggeschwindigkeiten kaum spürbar und auch die Gleitzahl von nahe 30 stellt einen angenehm spürbaren Sprung von der K8 dar. Neben den deutlichen Flugleistungsunterschieden im Schnellflug ist auch die Fahrtaufnahme, wenn leicht angedrückt wird, sehr unterschiedlich. Während die Ka 6, vor allem die „E“, Höhe passabel in Fahrt umsetzt, ist der Name des Höhenleitwerks an der Ka 8 indes wörtlich zu nehmen.

Die Ka 6 kann ihren Charakter als Leistungsflugzeug nicht verbergen: sie verzeiht überzogene Flugzustände weit seltener und kann auch ins Trudeln gebracht werden. Um hier gutmütiger zu sein, ist die Höhensteuerung so ausgelegt, dass bei gänzlich gezogenem Höhenruder beide Querruder nach oben ausgeschlagen werden. Daraus folgt im äußeren Tragwerkbereich eine Minderung des Anstellwinkels und der Flugzustand wird entschärft. Besonders in schwach-thermischen Wetterlagen ist sie durch ihre – zumindest im Vergleich zu aktuellen Standard- klasseflugzeugen – eringe Flächenbelastung in der Lage, zu steigen, wenn andere Flugzeuge schon längst nur noch in der Platzrunde fliegen.

Das macht das mittlerweile äußerst preiswerte Flugzeug zu einem passenden Muster gerade für Streckenfluganfänger und für Flugschüler.

Technische Daten

Spannweite
15m
Länge
6,66m
Flügelfläche
12,4m²
Leermasse
210kg
maximale Flugmasse
300kg
Flächenbelastung
24,19kg/m²
Mindestgeschwindigkeit
58km/h
Höchstgeschwindigkeit
200km/h
Beste Gleitzahl bei Geschwindigkeit
29 bei 85km/h
Geringstes Sinken bei Geschwindigkeit
0,65m/s bei 72km/h
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